CLUBNACHRICHTEN

MÄRZ 2011 BERICHT WESTWINDFLUG AB BARGELLA VOM 25.3.2011

28/03/2011 Clubausflüge Rolf

Es kommt schon ab und zu vor, dass die Thermikprognose Alptherm von Austrocontrol rosig ausschaut. Seltener ist, dass sie dann auch so zutreffend ist. Noch seltener ist, dass man da auch grad kurzfristig Frei nehmen kann.
Vorhergesagt sind also ganz ordentlich von unten durchziehende Thermiken ab ca. 13:00 Uhr (Die Zeitangaben auf dem Bild sind UTC, 1h vor Winterortszeit, 2h vor Sommerortszeit), Basishöhen von über 3000m. Im Textteil (nicht auf dem Bild sichtbar) ~10 kt Westwind auf 3000m.
An der Bargella startet man am besten nicht zu früh dachte ich. Blick vom Startplatz in die Umgegend: über den Kreuzbergen und auch sonst, ab und zu ein winzige, schön runde Wölkchen, allerdings WEIT über dem Horizont. Viel versprechend! Blauer Himmel, Windfahne zeigt gegen oben. Dann wieder schlaff.
Mit zwei anderen anwesenden Fliegern witzele ich noch, an so einem Tag mit Westwind fliegt man nach Osten, z.B. nach Innsbruck. Na ja, vielleicht nach Partenen im Montafon. Nach den ausgiebigen Startvorbereitungen (Paratalking) ist die gegen oben zeigende Windfahne zum Dauerzustand geworden, die schlaffen Phasen bleiben aus. Marianne startet als erstes und macht Höhe. Bis ich selbst in die Luft komme, ist es 13:00 Uhr.
Vom letzen Jahr kenne ich noch den Blick nach Osten, wenn man über den Liechtensteinischen Bergen ist. Eigentlich kommen da immer wieder schöne Berge, die heute auch solche Wölkchen drüber haben. Irgendwann kommt dann der Eingangsberg ins Montafon, da steht sicher der Westwind an. Wenn man da tief ankämme, könnte man wahrscheinlich aufsoaren.
Nach überwinden von schwachen Zwischenlagen auf 1900m und 2400m erreiche ich 3000m und beginne meinen Flugplan umzusetzen. Zur Überquerung dieses ersten Stückes wo Aussenlandungen mit einem längeren Fussmarsch verbunden wären, heisst es viel Höhe machen und oben bleiben. Ab und zu sehe ich noch Pascal, der vor mir gestartet ist, und mit dem ich, wie gesagt, lose abgemacht habe, nach Partenen zu fliegen. 2800m über dem Brandnertal schaut es nach Augenmass gut aus, sollte bis zum Davennakopf (Hang zwischen Klostertal und Montafon) reichen.
Wie geplant kann man dort aufsoaren, der Anschlussschlauch ist eher verblasen und an der Grenze zu den darüber liegenden Luftschichten wo der Westwind schneller ist, wird es ruppiger. Sprung über das Silbertal, ein Drachen und ein Schirm über dem Sennigrat signalisieren dass es da geht. Die Fahne bei der Wormser Hütte zeigt voll in den Orbit. Das Hochjoch kenne ich ein bisschen von einigen lokalen Flügen aus dem vergangen Jahr, danach wird es spannend.
Es ist Westwind heute. Die Sonne kommt jetzt schön aus SW um diese Tageszeit. Das Hochjoch ist von der Ausrichtung wie die Drei Schwestern, und geht entsprechend bei genau diesen Bedingungen gut. Es langt eh bereits zum nächsten Hang wo der Wind ansteht, also weiter springen.
Hier ist also das Montafon zu Ende, das muss Partenen sein. Von den Karten weiss ich, dass es da einen Stausee gibt, dann das Paznaun, quasi die Fortsetzung des Montafons nach NO.
Die Bedingungen sind gut heute, also los. Strategiewechsel. Das ist wieder Niemandsland, also Höhe machen. Der Schlauch steigt auch ordentlich, also bis zuletzt ausnutzen. Oben bleiben. Die Talquerung wird für pilotenerhaltende Massnahmen (Nahrungszufuhr) genutzt. Ich überfliege die kontinentale Wasserscheide, ab hier fliesst alles Wasser ins Schwarze Meer. Das Tal ist wieder offen, es gibt eine Strasse und Landemöglichkeiten. Vermutlich muss ich eh aus dem Tal raus um zurückzufahren, jeder Meter den ich weiter weg fliege, erleichtert die Rückreise.
Dieses Tal steht anders im Wind. Es gibt nicht diese Kombination aus starkem Sinken und Steigen, sondern es geht fast mit Nullschieber die Südflanke entlang. An einem Rücken, der ins Tal steht, soare ich wieder auf und verbuche noch mal 800 hm auf der Habenseite.
Ich werde langsam mürbe. Dort taucht ein riesiger Landeplatz in der Nähe eines grossen Bahnhofs auf. Ich beschliesse zu landen. Zwei Personen die ich treffe versichern mir, dass man von dem Bahnhof nach Feldkirch fahren kann. Wo wir hier wären, frage ich noch? In Landeck. Warum ich das nicht weiss? -Weil ich gerade mit dem Gleitschirm von Liechtenstein über die Europäische Wasserscheide bis nach Tirol geflogen bin… 😉
Pfad zum Flug auf dem CCC: http://www.xcontest.org/switzerland/en/flights/detail:airsailor/25.3.20

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